Selbstversuch: Verzicht auf mobiles Internet – Woche4

Netzwerknamen 2.0

Im Laufe der letzten vier Wochen habe ich einige lustige und kreative Netzwerknamen gesehen (WLAN-Schlampen  , WoGehtsLAN, MiaSanLAN, DeiMudda  usw.). In Berlin hat Federico ein Projekt nunsplash_directionamens The Berlin Wi-Fi Project gestartet. Dabei werden von ihm fleißig rätselhafte, besondere und lustige WLAN-Namen dokumentiert und erklärt. Wie es aussieht kann man mittlerweile auch mit seinem Netzwerknamen berühmt werden, toll ! Vorausgesetzt er ist besonders kreativ, lustig oder außergewöhnlich 😉

Gebt schlechten Gewohnheiten keine Macht

Einer der Gründe, aus denen ich den Selbstversuch vor 4 Wochen begonnen habe, war das Gefühl der Abhängigkeit immer und überall online sein zu müssen, weil mir sonst vermeintlich etwas entgangen wäre. Diesen Angstzustand bezeichnen amerikanische Verhaltensforscher als FOMO (Fear Of Missing Out). Ein Phänomen unserer Zeit, das ernst genommen werden will.

Die Entzugskur war teilweise hart, aber dennoch notwendig. Ich werde mein Verhalten in Zukunft anpassen und denke, dass es mir persönlich so deutlich bessergehen wird. Aus FOMO kann so schnell JOMO (Joy Of Missing Out)
werden  .

Keinen ständigen Zugriff auf das Internet zu haben, ist gar nicht so schlimm. Im Gegenteil: Ich genieße die Zeit, in der ich nicht für jedermann erreichbar bin und auch keine neuen Informationen verarbeiten MUSS.

Ich kenne nun einige Alternativen und mir ist bewusst, dass ich in wirklich wichtigen Situationen auch auf eine andere Art und Weise erreichbar bin. Vorbereitung, App-Offline-Nutzung und Telefonieren/SMS können mir den ständigen Zugriff auf das Internet ersetzen.

Keiner muss mit schlechten Gewohnheiten leben. Wenn sie euch belasten oder gar schaden, dann habt ihr es in der Hand, etwas dagegen zu tun.

Schlechte Gewohnheiten lassen sich ablegen oder durch gute ersetzen. Lest hier und hier, wie das funktioniert. Ich hoffe, das hilft euch genauso, wie es mir geholfen hat.

Warum (gute) Gewohnheiten an sich sehr nützlich sind, lest ihr hier und hier.

Mein Fazit zum Thema „Auf mobiles Internet verzichten“

Die letzten vier Wochen, in denen ich auf mobiles Internet verzichtet habe (ausgenommen des kleinen Rückfalls, der sich leider nicht vermeiden ließ 😛 ), haben mir gezeigt, dass es durchaus möglich ist, unterwegs auf das Internet zu verzichten. Wir bilden uns ein, dass wir immer und überall erreichbar sein müssen und merken nicht, dass wir uns damit in eine Abhängigkeit begeben. Wir sind alle anders und was dem einen guttut, muss nicht zwingend das Richtige für einen anderen sein. Deshalb halte ich es für extrem wichtig, sich nicht einfach den gesellschaftlichen Konventionen zu ergeben, sondern für sich selbst sein persönliches Maß an Erreichbarkeit und sinnvoller Internetnutzung zu finden.

Meine Tipps für alle, die weniger mobile Daten nutzen wollen

  1. Gebt euch bewusst internet-frei
    1. Wenn ihr an einer bestimmten Aufgabe arbeitet, dann legt alle anderen Geräte weg, schaltet sie aus oder stellt sie auf lautlos. So könnt ihr euch ganz auf diese Aufgabe konzentrieren und werdet nicht von reinkommendenden E-Mails o.ä. unterbrochen. Sehen wir der Tatsache ins Auge: Wir sind nicht multitaskingfähig. Ich habe bereits einen Blogpost zum Thema Multitaskingfähigkeit geschrieben.
    2. Schaltet auch mal ab – im wahrsten Sinne des Wortes: Traut eucunsplash_health_foodh euer Smartphone auch mal aus zu machen. Nicht nur gesunde Ernährung und ausreichend Sport tragen zu unserem Wohlbefinden bei, sondern auch die richtige Entspannung. Darum: Das Handy über Nacht einfach in den Flugmodus schalten, dann lässt sich die Weckfunktion trotzdem nutzen 😉 .
    3. Schon mal was vom Handynacken gehört? Das sind Verspannungen im Nacken und Schulterbereich, die sich auf die Nutzung eines Smartphones zurückführen lassen  . Mal abgesehen davon, dass Verspannungen nerven und weh tun, führt diese unnatürliche Haltung, die wir alle bei der Smartphone-Nutzung einnehmen auf lange Sicht vermutlich zu einem Buckel. Ich bin mir sicher, dass mir ein Buckel nicht stehen würde! 😛 Wer das für sich genauso sieht, der sollte statt einmal mehr auf sein Smartphone zu schielen, sich einfach mal gerade hinstellen oder -setzen (Thema: Schlechte Gewohnheiten gegen gute ersetzen!  ). Ich muss sagen: Bei mir funktioniert das gut!
  2. Analyse des persönlichen Bedarfs an Mobilen Daten
    Die Analyse kann sich durchaus lohnen: Wenn ihr genau wisst, wie euer durchschnittlicher Verbrauch an mobilen Daten aussieht, könnt ihr euren Vertrag entsprechend anpassen und damit viel Geld sparen. Ich habe meinen Verbrauch analysiert und werde auf Grundlage dieser Ergebnisse meinen Handyvertrag kündigen. Warum? Nun, ich habe herausgefunden, dass ich in keinem Monat (!!!in keinem einzigen  !!!) die Datenmenge verbraucht habe, die mir zur Verfügung stand.
    Als nächstes werde ich eine Prepaid-Lösung ausprobieren, weil ich darin folgende Vorteile sehe:

    1. Mehr Flexibilität: Ich kann von Monat zu Monat selbst entscheiden, wieviel Datenvolumen ich brauche und mache mich nicht von einem Vertrag abhängig, bei dem ich jeden Monat denselben Betrag zahlen darf, obwohl ich die Datenmenge gar nicht brauche. Ich nehme an, dass es bei den meisten von uns einfach Bequemlichkeit ist: Wir lieben dieses gute Gefühl eines Rundum-sorglos-Pakets, hab ich recht? 
    2. Niedrigere Kosten: Meinen Recherchen zufolge kann ich meine monatlichen Handykosten auf 1/3 reduzieren (2/3 kann ich einsparen! WOW!  ). Monatlich gesehen ist es kein großer Betrag, der dabei rumkommt, aber rechnet man das aufs Jahr hoch, kann man sich dafür einen netten kleinen Zusatzurlaub leisten. Das ist mir Motivation genug, da etwas zu ändern. Einziger Nachteil: Ich muss jetzt ein Auge auf meinen Datenverbrauch sowie auf die vertelefonierten Minuten haben.

    Macht eure persönliche Analyse! Wie das geht, seht ihr hier.

  3. Nutzt mehr WLAN
    Nutzt WLAN, wenn ihr bei eurer Familie oder euren Freunden seid. Diese Netzwerke sind meist sicher und ihr könnt so eine Menge Datenvolumen sparen.
    Auch unterwegs kann man mittlerweile viele offene oder gesichterte WLAN-Zugänge nutzen, wobei man hier ein Auge auf die Sicherheit haben sollte. Meine Empfehlung: Netzwerke, die mit einem Passwort gesichert sind, bevorzugen, Online-Banking und unverschlüsselten Seiten meiden (auf https://… in der Eingabeleiste achten!) und Netzwerke löschen, wenn ihr sie nicht mehr nutzt (Warum? Lest hier).
    WLAN-Wüste Deutschland befindet sich im Wandel!

Warum ich trotzdem nicht komplett auf mobiles Internet verzichten werde

Ganz verzichten werde ich trotzdem nicht auf mobiles Internet. Ich möchte mir einfach eine gewissen Flexibilitäunsplash_jomo_smallt erhalten.  Wenn man nicht aus reiner Langeweile im Netz rumsurft, dann braucht man für die wenigen sinnvollen Dinge (wie bspw. Kommunikation) unterwegs, nur relativ kleine Datenpakete. Die Vor- und Nachteile des Mobilen Internets habe ich in einem früheren Artikel für euch zusammengestellt. Ich finde es grundsätzlich toll, dass es mobiles Internet gibt, will aber ein wenig achtsamer damit umgehen. Ich habe keine Lust auf FOMO oder Handynacken, darauf kann ich eher verzichten  .

Wie ist es bei euch? Gehört ihr zur Fraktion Handy-Vertrag oder nutzt ihr die Prepaid-Alternative? Und was sind für euch die Vorteile?

Wie sieht es mit eurer Internet-Nutzung aus? „Immer-und-überall-online“ oder eher „mäßiger-und-sinnvoller-Gebrauch“?

Lest hier wie es mir die anderen Wochen erging und was mich zu dem Selbstversuch bewegt hat: Motivation, Woche 1, Woche 2, Woche 3

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